Corporate Design: Logodesign II

Corporate Design: Logodesign II

Corporate Design: Logodesign II

Vom Prozess des Logodesigns kommen wir jetzt zur Gestaltung. Was muss beachtet werden und warum es dafür jemanden benötigt, der sich auskennt 😉

Welche Arten von Logos gibt es?

Es gibt drei Arten von Logos. Eine Wortmarke, eine Bildmarke und eine Wort-Bild-Marke, sprich eine Kombination aus den beiden.

WORTMARKE

Das Logo besteht aus dem Firmen-/Produkt-/Bandschriftzug in typografischer Darstellung. Sprich das Logo ist ein geschriebenes Wort.

BILDMARKE

Das Logo ist ein grafisches Element ohne einen Schriftzug.

WORT-BILD-MARKE

Ist die Kombination aus einer Wort und einer Bildmarke, wobei diese Kombination dauerhaft sein muss und nur gemeinsam auftreten darf.

Welche Zusätze gibt es bei Logos?

Oft werden Logos noch um Claims erweitert. Claims sind tief mit den Werten des Unternehmens verbunden und beschreiben diese Quasi mit einer knackigen Wortfolge. Sie sind langfristig im Einsatz, wohingegen Slogans oft nur pro Werbekampagne im Einsatz sind und sich eher auf einzelne Produkte, und nicht auf das komplette Unternehmen beziehen.

Wir alle kennen den Satz „I’m lovin it“, klarer Fall von einem Claim.

Was ist wichtig beim Logodesign?

Hier gibt es einige Faktoren die beachtet werden müssen. Nur „schön“ aussehen ist nicht immer hilfreich, um im Gedächtnis beim potentiellen Kunden zu bleiben.

Dein Logo muss eine klare Aussage haben!

Es soll einfach gestaltet sein, jedoch nicht ohne Aussage. Der wichtigste Aspekt ist hierbei, dass das Logo nicht missverstanden wird. Ein zweiter Blick um es zu verstehen ist schon zu viel. Es müssen Farben und Formen gewählt werden die zu deiner Aussage passen. Und, recherchiere wie die Logos deiner Konkurrenz aussehen. Ein Logo muss einzigartig sein und darf nicht in Verbindung mit einer anderen Marke gebracht werden.  Der Wiedererkennungswert ist das wichtigste beim Logodesign!

Minimalistisch und zeitloses Logodesign

Weniger Details im Logo sind Gold wert. Die Funktionalität ist hiermit gegeben und es bleibt besser in Erinnerung. Minimalismus ist außerdem zeitlos. Trends sind ja schön und gut, aber ein Markenlogo hat man im besten Fall länger, als sich ein Trend hält, daher immer schön zeitlos denken! Dies gilt natürlich auch für die Wahl der Schrift! Ein ReDesign im laufe der Jahre ist nichts außergewöhnliches, jedoch sollte das ReDegin so minimal sein, dass der Wiedererkennungswert noch gegeben ist. 

Zum minimalistischen Stil gehört auch überflüssige Informationen weg zu lassen. Ob der Feinkostladen zB eine GMBH ist oder ein E.U. ist dem Betrachter des Logos herzlich egal und somit überflüssig. 

Gestaltungsrichtlinien beim Logodesign

Jeder Mensch hat beim betrachten von Formen und Farben Assoziationen, daher sollte man diese sehr sorgfältig wählen um keine falschen hervorzurufen. Klare Formen die schnell zu erfassen sind. 

Zu viel des Guten
Weniger ist mehr

Mit Formen und Typografie müssen Kontraste geschaffen werden um Spannung zu erzeugen. Kontraste sind nicht nur mittels Farbe zu schaffen, sondern betreffen auch die Linienstärken und die Kombination von Schriftschnitten. Das Logo muss einen optimalen Grauwert haben, sprich die Typo muss manuell angepasst werden. Das heißt, dass einzelnen Buchstaben oder Elemente eines Logos manuell justiert werden müssen, um eine Gleichmäßigkeit bzw. Flächigkeit zu erzeugen.

Zu viele Farben unterstreichen die Einfachheit eines Logos natürlich auch nicht. Außerdem muss bedacht werden, dass das Logo auch in Schwarz/Weiß funktionieren muss. Daher lieber weniger Farben, mehr als 3 würde ich auf keinen Fall empfehlen. Und auch hier gilt. KEINE Trendfarben. In der Wahrnehmungspsychologie ist ziemlich klar festgelegt welche Farbe, welche Assoziationen hervor ruft. Natürlich muss auch hier bedacht werden für welche Region der Welt man designt. So haben Farben je nach Region auch unterschiedliche Bedeutungen … so assoziiert man im Asiatischen Raum den Tot mit der Farbe Weiß, bei uns hier mit der Farbe Schwarz.

Genau wie bei Farben heißt es auch bei der Typografie, weniger ist mehr. Man muss nicht 3 unterschiedliche Schriften mit 4 Schriftschnitten unterbringen. Mehr als zwei Schriften oder zwei Schriftschnitte sollte ein Logo daher nicht aufweisen. Die Schrift muss eine sehr gute Lesbarkeit aufweisen. Auch hier gilt wieder, dass Minimalismus nicht so falsch ist 😉 Auch die Spationierung der Buchstaben ist hier wichtig, manuell justieren ist bei jeder Schrift im Logodesign sehr ratsam. 

Das Logo muss außerdem auf allen Medien einsetzbar sein! Wenn das Format des Logos sehr hoch ist, muss es auch eine Variante im Querformat geben. Das Logo zB mit Claim und ohne Claim. Es muss in Farbe aber auch in Schwarz/Weiß funktionieren. Diese Aspekte müssen natürlich gleich zum Beginn des Designprozesses mitbedacht werden. Und natürlich kann man es nicht oft genug sagen. Ein Logo muss Vektor basiert sein, aber das hatten wir ja schon im letzten Beitrag.

Um es kurz und bündig zu machen … beim Logodesign ist weniger definitiv mehr!

Corporate Design: Logodesign I

Corporate Design: Logodesign I

Corporate Design: Logodesign I

Das Logo Design is der wichtigste Part beim Corporate Design. Das Logo ist das Aushängeschild deiner Marke und muss gut durchdacht sein um zu funktionieren.

DER PROZESS: Was kostet ein Logo?

Der Prozess bestimmt den Preis, oder auch warum durchdachte Logos nicht Low-Budget sein können.

Oft hört man als Kreativagentur oder Grafiker die Frage, warum denn ein Logo so viel kostet. „So viel“ ist relativ, aber ein Logo ist auch nicht mit einem Namen, einer Skizze und der Reinzeichnung abgehandelt. Will man ein individuelles und aussagekräftiges Logo haben, welches sich von der Konkurrenz abhebt und seine Zielgruppe anspricht, muss man etliche Stationen durchlaufen.

Das Briefing: Warum ist ein individuelles Logo wichtig?

Zu aller erst benötigt man als Kreativer eine genaue Leistungsbeschreibung des Unternehmens. Was wird angeboten, was soll verkauft werden und vor allem wer ist die Zielgruppe!!! Hier gleich mal vorweg. Die Zielgruppe ist nicht „alle zwischen 3 und 99 Jahren“, nichtmal bei Klopapier, soviel ist sicher. Aber dazu bedarf es auf jeden Fall einen eigenen Blog Beitrag.

Der Kreative Umsetzer muss das Unternehmen, das Produkt, die Band usw., als auch deren Zielgruppe, verstehen um die Marke und deren Logo individuell und mit Wiederkernnungswert zu designen. Erst dann gehts zum nächsten Step.

 

Die Recherche: Warum muss ich mich mit meinem Logo von der Konkurrenz abheben?

Wie sieht die Konkurrenz eigentlich aus? In der unmittelbaren Umgebung, im eigenen Land, über die Grenzen hinaus? Nachdem wir zu einem großen Teil mit unserem Business im WWW leben, sollten wir uns auch international abheben. Logo-Plagiate können teuer werden, wenn man sich mit den Falschen anlegt. 

Wenn noch nicht passiert, kommt hier auch die Zielgruppenrecherche zum tragen. Und man geht in die Tiefe. Farben, Formen, Schriften. Jede Zielgruppe wird von unterschiedlichen Farben abgeholt. Jede Farbe drückt etwas anderes aus. Schonmal gefragt warum der Gesundheitssektor oft in Blautönen und der Bio Sektor in Grüntönen agiert? Was sagt Orange über meine Marke aus? Auch hierzu gibt es in Zukunft bestimmt den ein oder anderen Beitrag 😉 

Erstentwürfe: Wer designt mein Logo?

Im Studium hat man als Grafiker gelernt, dass mind. 10–15 unterschiedliche Ansätze + Abwandlungen dabei raus kommen sollen. Da kommt man auch echt oft hin, um alle Möglichkeiten anzudenken und genügend Material zum aussortieren zu haben. Und dann gehts ans reduzieren der unterschiedlichen Entwürfe, aber auch die Reduktion der Elemente der ausgewählten Entwürfe. 

 

Ausarbeitung: In welchem Programm erstellt man ein Logo?

Dann geht es an die Ausarbeitung im Grafikprogramm. Und NEIN, ein Logo wird nicht im Photoshop erstellt. Ein Logo muss immer in einem Vektor basierten Programm, wie zB Adobe Illustrator erstellt werden. Das sind dann die Dateien mit AI oder EPS als Dateiendung. Jeder Grafiker steht kurz vor einem Herzinfarkt, wenn er von seinem Kunden eine Logodatei als JPG bekommt, mit dem Vermerk „anders haben wir es nicht“, aber wir würden es gerne in 2 x 2 Meter auf eine Messewand drucken. Wenn ihr ein Logo beauftragt immer eine Vektordatei einfordern, mit Pixeldateien wie JPGs kommt man auf Dauer nicht weit und ist außerdem höchst unprofessionell.

 

Reinzeichnung: Macht mir das auch ein Online Logo Creator?

Das Logo in unterschiedlichsten Formaten für Print und Screen einfordern. Ein Logo muss für ALLE Drucksorten und Webmaßnahmen funktionieren. Unterschiedliche Anordnungen (Hoch, Quer), in Farbe, Schwarz/weiß, sowohl Negativ als auch Positiv. Bei seriösen Agenturen und Grafikern sind diese Variationen in den Kosten enthalten und die Daten werden in allen Variationen reingezeichnet raus gegeben. Wenn dies nicht der Fall ist, solltet ihr euch schonmal Gedanken machen, ob ihr euer Geld auch wirklich gut investiert habt.

Wenn ihr ein Logo um 20 oder 100 Euro angeboten bekommt, hinterfragt die Ernsthaftigkeit. Hierbei werden beim Prozess definitiv Schritte ausgelassen. Zum Beispiel der Punkt der Recherche. Stellt euch vor ihr kommt nach einem Jahr drauf, dass euer unmittelbarer Konkurrent beinahe das gleiche Logo hat, dann vielleicht sogar noch in der gleichen Farbe. Dann sind auch 100 EUR ordentlich viel Geld + das Geld, dass ihr für ein neues Logo noch oben drauf bezahlen müsst.

Oder es wurde ev. eine kostenpflichtige Stockgrafik „durchgepaust“ und eine Klage trudelt ein. Es gibt mittlerweile Firmen, die sich genau auf das Aufspüren von solcher Plagiaten spezialisiert haben. 

Und um etwas konkreter zu werden … ein Logo benötigt vom Briefing bis zur Reinzeichnung im Schnitt 20 Arbeitsstunden. Mal mehr, mal weniger.

Im nächsten Blogbeitrag geht es dann ans Kreative beim Logo Design … welche Art von Logos gibt es? Farben, Formen, Typografie …